Die Bergregionen in der "New Economy"
B l e i b e n w i r d r a u s s e n ?
Eine Initiative zum "Internationalen Jahr der Bergregionen 2002" des
ALPENFORUM - Internationaler Verein zur Förderung alpenländischer Interessen IWS Institut für Wirtschafts- & Sozialfragen
1. Ausgangslage
Die Initianten haben zwei wesentliche Faktoren als Ausgangslage für
dieses Projekt formuliert:
1.1. New Economy
- Der Ausdruck der New Economy ("Definition": Unternehmen, die
Spitzentechnologien herstellen oder auf ihr basieren) ist prägend für unsere Zukunft, die "neue Wirtschaft" ermöglicht ein starkes, tendentiell
"qualitativ" orientiertes Wachstum. Die forschungsintensive Hightech-Industrie, die Biotechnologie oder der Software- und
Kommunikationsbereich sind die führenden Motoren der heutigen und zukünftigen technologischen Innovation. Sie ermöglicht mit demselben
Einsatz an Kapital und Arbeitskraft eine höhere Produktivität und damit steigende Wertschöpfung.
1.2. Internationales Jahr der Bergregionen 2002
- Das Jahr 2002 wurde von den United Nations zum "Internationalen Jahr der
Bergregionen" deklariert. Mit verschiedenen Aktionen und Projekten soll weltweit sowie in den betroffenen Ländern und Regionen für ein besseres
Verständnis für die Notwendigkeit einer nachhaltigen Entwicklung in den
Bergregionen geworben werden.
2. Zielsetzung
- Die New Economy wird unsere Welt verändern und die Globalisierung weiter
vorantreiben. Auch für die Bergregionen hat dies entsprechende Auswirkungen
- - Wo hier echte Chancen und neue Perspektiven oder aber erhöhte Gefahren
und Risiken liegen, ist zur Zeit noch sehr schwierig abzuschätzen.
- Das ALPENFORUM möchte gemeinsam mit dem IWS Institut für Wirtschafts- &
Sozialfragen das Internationale Jahr der Bergregionen 2002 nutzen, die Auswirkungen der New Economy auf die Bergregionen unter dem Motto "New
Economy - Chancen und Risiken für die Bergregionen" näher zu beleuchten, Ideen und Impulse zu diskutieren, sowie konkrete Projekte zu lancieren.
- Dazu ist es notwendig, bereits das Jahr 2001 zu nutzen, um mit
verschiedenen Partnern entsprechende Vorarbeiten zu leisten. Das Schwergewicht wird dabei auf die Alpen gelegt.
3. Themenbereiche
3.1. Allgemeine Thematisierung der Bedeutung der New Economy für die
Bergregionen
- Freihandelsmärkte, Liberalisierung und Globalisierung erleichtern es,
vorhandene Wirtschaftspotentiale und Entwicklungsmöglichkeiten zu erschliessen. In ihrer praktischen Umsetzung liegen die Chancen, aber auch
Risiken für eine nachhaltige Entwicklung.
- Welches sind die wirtschaftlichen Auswirkungen einer
ökonomischen Revolution, die mit der industriellen vergleichbar ist, auf die Alpen ?
- Welche Bedeutung hat in dieser wissensbasierten Wirtschaft
ein dienstleistungsorientierter Mittelstand, ein innovatives Produkt- und Verfahrensangebot von Handwerks- und Industrieunternehmen, der Tourismus,
sowie der Ausbildungssektor ?
- Welche neuen Konzepte helfen, nachhaltige Entwicklungen im
Bereich der Wirtschaft mit Hilfe virtueller Vernetzungstechniken zu optimieren und das anwendungstechnische Wirtschaftspotential im Alpenraum
verstärkt zu nutzen ?
---> Aufbau von Kompetenzzentren und Clustern
3.2. Das Internet als "digitaler Marktplatz"
- Eine weltumspannende Transparenz, Schnelligkeit und insgesamt neue, heute noch weitgehend unbekannte Geschäftsmodelle sind entscheidende Faktoren
einer neuen Wirtschaft: Das Internet ist die Software für eine virtuelle Ansammlung von Ideen und Rezepten. In diesem virtuellen Raum gibt es keine
knappen Produktionsfaktoren wie in einer traditionellen Fabrik. Absolute Flexibilität und Offenheit in jeder Beziehung ist gefragt. Der Einsatz
moderner Technologien ermöglicht "Geschäfte von jedem mit jedem zu jeder Zeit". Damit sind die Voraussetzungen geschaffen, Ideen schnell und
marktwirksam umzusetzen.
- Chancen und Potentiale von Incubatoren und Acceleratoren
- Elektronischer Handel und neue Vertriebskanäle
- Die reale Ferienwelt im virtuellen Universum
- Neuer Pionier- und Unternehmergeist
- New Business Interactive Services
3.3. TMT - Telekommunikation, Medien und Technologien
- Die Informationstechnologie ist das eigentliche Herzstück der
New Economy. Sie ermöglicht im Software-, Kommunikations- und
Technologiebereich die Realisierung neuer Konzepte und Entwicklungen. Neben Arbeit, Boden und Kapital hat sich der vierte Produktionsfaktor
"Information" für jedermann spürbar etabliert.
- Welche Möglichkeiten bieten die neuen Technologien und
visionäre Ideen für den Alpenraum?
- Entwicklung von HighTech-Spezialprodukten- und Verfahren
(spezielle Werkstofftechnik, Chip-Produktion, Telematik und Telemedizin)
- Anwendungsbereiche der elektronischen Kommunikations- und
Datenverarbeitung
- Aus- und Fortbildungsbereich (Softwareentwicklung,
Telekommunikation, Informatik)
3.4. Biotechnologie
- Die Biotechnologie ist als sehr vielschichtige Technologie (Reicht von
der Weinproduktion über die Umwelttechnologien bis hin zu moderner Gentherapie, usw.) eine weitere Schlüsselindustrie des 21. Jahrhunderts.
- Energiebereich: Nutzung nachwachsender Rohstoffe im Bereich
der Energieerzeugung: Bio-Wärmeerzeugung, Solar-Heizenergie- und Stromerzeugung
- Umweltbereich: Verarbeitung und Vermarktung nachwachsender
Rohstoffe
3.5. Aktienmärkte
- Die scheinbar unbegrenzten Möglichkeiten, aber auch die grossen Risiken,
welche mit der New Economy einhergehen, zeigen sich in den Aktienkursen und
deren Schwankungen. Die internationalen Börsen (US-Technologiebörse NASDAQ
als Zugpferd) sind die Stimmungsbarometer der "neuen Wirtschaft". Bei der Kapitalbeschaffung scheinen neue Spielregeln zu gelten, ein Land ohne
dynamischen und lebendigen Aktienmarkt ist empfindlich benachteiligt.
- Die Kapitalbeschaffung in den Alpen (Etablierung einer
"Mountain Market" Börse unter Einbezug des Tourismus)
- Die Bedeutung moderner Schlagwörter wie Venture Capital,
start-ups und "dot.com".
4. Der Projektablauf
- Für einen erfolgreichen Projektablauf schlagen die Initianten die rasche
Bildung einer internationalen Arbeitsgruppe mit der Vernetzung mit
verschiedenen weiteren Partnern, mit folgenden Schwerpunkten vor:
- Definition und Ausarbeitung verschiedener Themenbereiche;
- Formulierung und Organisation von Projekten mit dem Ziel, diese ab 2002 konkret umzusetzen;
- Formulierung von Diplomarbeiten;
- Vorbereitung und Organisation von Veranstaltungen (z.B.
Symposien);
- Sicherstellung der Finanzierung.
5. Die Initianten
5.1. ALPENFORUM
- Das ALPENFORUM ist ein internationaler Verein zur Förderung
alpenländischer Interessen mit Niederlassungen in Deutschland, Oesterreich und in der Schweiz. Sein Leitgedanken ist eine nachhaltige,
zukunftsorientierte und umweltgerechte Entwicklung im Alpenraum unter Schutz der wirtschaftlichen Grundlagen der alpinen Bevölkerung sowie der
Förderung der Innovation und der wirtschaftlichen Restrukturierung.
5.2. IWS Institut für Wirtschaft- und Sozialfragen
- Das IWS Institut für Wirtschafts- & Sozialfragen mit Sitz im Walliser
Alpenkanton Visp setzt sich mit der wirtschaftlichen Bedeutung internationaler Trends und Entwicklungstendenzen für den Alpenraum
auseinander. Es bietet Behörden, Organisationen, Unternehmen und Interessierten Informationen und Beratung in Fragen der künftigen
wirtschaftlichen Entwicklung und regionaler Entwicklungsprozesse unter Berücksichtigung der absehbaren Veränderungen im
gesellschaftlich-ökologischen und wirtschaftlichen Umfeld.