Künstliche Beschneiung: Eine nachhaltige Perspektive?

Anfang der 90er Jahre hat das nationale Forschungsprogramm der Schweiz NFP 31 über Klima und Tourismus gezeigt, dass im Jahr 2050 nur noch 63% der Skigebiete Schneesicherheit garantieren können, gegenüber 85% heutzutage. Diese Feststellung gilt gleichermaßen für Österreich und Bayern. Eine aktuelle Studie der Universität Graz/A zeigt, dass sogar die Hälfte der österreichischen Skigebiete 2050 mit großem Schneemangel zu kämpfen haben wird. Ein Hauptgrund ist die vergleichsweise niedrige Höhenlage.

Nach einem guten Start in die Skisaison 2002/2003 war aufgrund einer Wettererwärmung zwischen Weihnachten und Neujahr die Herstellung von Kunstschnee nicht mehr möglich. Die Kosten für die Installation und den Unterhalt der Schneekanonen werden vor allem bei kleinen Seilbahnunternehmen in den Mittelgebirgen schwer in den Bilanzen wiegen.

Der Run auf die Schneekanonen ist zu einem absurden Teufelskreis geworden. Es wird argumentiert, dass es in internationalem Rahmen unerlässlich sei, Anlagen zur künstlichen Beschneiung zu errichten, da die Nachbarn dies auch praktizieren. Die öffentliche Hand beginnt demgegenüber, den Geldhahn zuzudrehen. Als Reaktion wird in Frankreich vermehrt gefordert, die Produktion von Kunstschnee als "öffentliche Dienstleistung" zu deklarieren.

Nach Angaben der französischen Institution für den Bergtourismus (Service d'études et d'aménagement touristique de la montagne SEATM) haben die französischen Skigebiete im Jahr 2002 46 Mio. Euro in die Kunstschneeproduktion investiert, 24% mehr als im Vorjahr. Zusätzlich wurden 25 Mio. Euro für die Anlage von Wasserspeicherbecken und für die Pistenplanierung verwendet. Die SEATM prognostiziert für die nächsten 10 Jahre eine Verdreifachung der künstlich beschneiten Fläche.

Quelle:
http://www.tourisme.gouv.fr/pdf/bilaninvestissements2001.pdf (fr), Le Monde 21.12.02
"alpMedia" 10. Januar 2003