UNESCO Biosphäre Entlebuch
Das Entlebuch im Emmental westlich von Luzern ist die erste und bislang einzige Biosphärenregion in der Schweiz.
| Unter
Verzicht auf Begriffe wie „Region“ oder „Park“ wurde dieses
UNESCO.-Reservat von den Initiatoren in „UNESCO Biosphäre Entlebuch“
umgetauft.
Direktor der Biosphäre Entlebuch ist Theo Schnider, der von Anfang an die Vorlaufphase des Projekts (1996 - 2000) begleitete und diese Biosphärenregion seit formaler Anerkennung durch die UNESCO im Jahr 2000 leitet. Die Verwaltung ist im „Landwirtschaftlichen Bildungs-Zentrum“ in Schüpfheim untergebracht und verfügt über eine hervorragende Ausstattung. |
![]() Theo Schnider Foto: I. Meerkamp van Embden, 2005 |
Im 40 000 ha (400 km²) umfassenden Gebiet (1/4 der Fläche des Kanton Luzern) leben - verteilt auf 8 Gemeinden - 16.500 Einwohner.
Entlebuch: rot umrandet mit Schlüpheim als
Verwaltungszentrum
Die Kernzone weist die größte Moor-Dichte der Schweiz sowie weitverzweigte Karstfelder und Höhlen auf und reicht am Südzipfel der Biosphäre bis zum Brienzer Rothorn, mit 2350 m höchste Erhebung des Kanton Luzern.

Entlebuch: Ausschnitt aus den umfangreichen
Moorgebieten

Entlebuch: Karstfeld
(Schratten)
Die Biosphärenregion bietet ein umfassendes Programm naturkundlicher Exkursionen, 600 km Wanderwege, Sommer- und Wintersportaktivitäten, kulturelle Veranstaltungen sowie vielfältige Hobby- und Weiterbildungsmöglichkeiten an.
Die Entwicklungszone als größter Bereich verfügt über eine gut ausgebaute Infrastruktur ( Bus- und Bahn-Nahverkehr), eine breitgefächerte Gastronomie, sowie über eine leistungsfähige Bildungsbasis (u. a. ein Gymnasium, eine technische Fachhochschule und ein modernes, landwirtschaftliches Bildungszentrum).
Die Region zählt 800 stark diversifizierte Betriebe mit rund 8000 Arbeitsplätzen. Zu führenden Branchen im Emmental gehören die holzverarbeitende Wirtschaft, die Herstellung von Molkereiprodukten, (darunter der bekannte Emmentaler Käse!), Feinbäckerei-Erzeugnisse und ein individueller, nachhaltig umweltgerecht orientierter Tourismus. Auch die innovative Hightech- Produktion ist mit mehreren mittelständischen Familienbetrieben vertreten, darunter ein Unternehmen der Fertigungs- und Montageautomation, ein Hersteller von Infusions- und Injektionssysteme für die Medizin und Pharmazie, sowie Unternehmen für die Textilveredelung oder der Entwicklung von Produkten für den anti- mikrobiellen Schutz.
In der Biosphäre Entlebuch werden inzwischen über 300 Produkte angeboten, deren Herstellung ausschließlich oder zumindest überwiegend auf regionale Ressourcen basiert.
Zu den besonderen Attraktionen der Emmentaler Region zählen die meist gut erhaltenen, traditionell konstruierten Berner Bauernhäuser vielfach in charakteristischer (auch mehrgeschossiger) Holzbauweise. Diese architektonisch ansprechenden Bauten findet man in erstaunlich großer Zahl sowohl in den Dörfern selbst als auch in den umliegenden Weilern und Einzelgehöften. Bauliche Erweiterungen oder Neukonstruktionen werden offenbar auch heute noch nicht selten an diese traditionelle Holzbauweise - allerdings in modernerer Ausführung - angepasst.

Entlebuch: Berner Bauernhaus in charakteristischer
Holzbauweise
Der
UNESCO Biosphäre Entlebuch steht von der schweizerischen Bundesregierung ein
Budget von
650 000,- SFr. jährlich zur Verfügung. Umgekehrt wird dieser Betrag durch
Leistungen des Mitarbeiterstabes für die Gemeinden, den Kanton oder den Bund
abgedeckt. Hierzu gehören beispielsweise die Erstellung von Gutachten für
unterschiedliche Vorhaben, projektbegleitendes Management, Kurse und
Ausbildungsseminare und die Kommunikation und Information innerhalb und außerhalb
des Reservats.
11.
April 2005
Ian C. und Inge Meerkamp van Embden