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Das
Biosphärenreservat Rhön – Die UNESCO Philosophie Weltweit hat die UNESCO etwa 450 Biosphärenreservate ausgewiesen. Alle wichtigen Klimaräume der Erde und alle wichtigen Kulturlandschaften sind durch dieses Netzwerk als Modellregionen erfasst. Bei aller Unterschiedlichkeit der einzelnen Biosphärenreservate gibt es doch eine rahmensetzende Gemeinsamkeit, nämlich die der „Nachhaltigkeit. Die UNESCO definiert Nachhaltigkeit als eine „dauerhafte Entwicklung, die den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen“. Diese UNESCO Philosophie ist also eine durch und durch menschenfreundliche Philosophie, sie nimmt aber die Menschen auch in die Pflicht, ihren Lebensraum so zu nutzen, dass nachfolgende Generationen dieses mindestens auch in der gleichen Qualität tun können, wie die heute in diesen Landschaften lebenden Menschen. Das Biosphärenreservat Rhön Im Biosphärenreservat Rhön leben derzeit etwa 134.000 Einwohner, von denen 46.000 im bayerischen, 48.000 im hessischen und 40.000 im thüringischen Teil wohnen. 41 % der Fläche bestehen aus Wald, 30 % wird als Grünland, 22 % als Ackerland und 7 % als Siedlungs, Verkehrs- und sonstige Flächen genutzt. Der Naturraum Rhön Von Natur aus würde die Rhön fast ausschließlich aus Buchenwäldern und Buchenmischwäldern, die von zahlreichen Bergbächen und einzelnen Mooren unterbrochen werden, bestehen. Geschichtliche Entwicklung Die Rhön ist kein einheitlicher Kulturraum. Franken, Thüringer und Sachsen besiedelten das Land von den Tallagen aus. Die zentrale Hochrhön ist kaum besiedelt. Wichtige deutsche Sprachgrenzen gehen mitten durch die Rhön. Auch die Herrschaftsgrenzen waren immer wieder umstritten, insbesondere zwischen den Bistümern Fulda und Würzburg. Nach dem 2. Weltkrieg wurden Bayern und Hessen der amerikanischen, Thüringen der sowjetischen Besatzungszone zugeordnet. Der „Eiserne Vorhang“ trennte Ost und West mitten durch die Rhön bis Ende 1989. Unterschiedliche Verhältnisse sind die zwangsläufige Folge dieser politischen Situation. Kleinstlandwirtschaft in Bayern infolge fränkischen Realteilungsrechts steht großflächiger Landnutzung in Thüringen als Nachfolgenutzung ehemaliger landwirtschaftlicher Produktionsgenossenschaften gegenüber. Durch die vierzigjährige Trennung des Landes wurden gewachsene Strukturen zerschnitten, verwandtschaftliche Bande zerstört, infrastrukturelle Entwicklungen verhindert. Der Neubeginn Als erstes wurde von 1991 – 1995 ein Rahmenkonzept erarbeitet. Viele Menschen arbeiteten mit, oft dadurch motiviert, um schlimmeres zu verhindern. Aber es gab ein positives Ergebnis. Gemeinsames Ziel ist die Suche nach einer „Zukunft für das Land der offenen Fernen“. Naturschützern, Landwirten, Touristikern und Regionalpolitikern wurde klar, dass dieses nur gemeinsam zu machen ist und nicht gegeneinander. Zentrale Aufgabe ist es, die landwirtschaftliche Nutzung in den Hochlagen der Rhön unter schwierigsten Rahmenbedingungen zu erhalten. Die ersten Schritte Durch Veredelung der Rhönschafprodukte in guten heimischen Gasstätten schufen diese begehrte Spezialitäten, die Nachfrage stieg, der Preis für das Rhönschaf konnte mehr als verdreifacht werden, die Rhönschafherden wuchsen an. Die Magerwiesen in den Hochlagen der Rhön konnten wieder von Schafen beweidet werden, das Landschaftsbild verbesserte sich, der Tourismus erfreute sich an Rhönschafen, und die Region und das Schaf standen im Mittelpunkt einer positiven Marketingkampagne. Das Rhönschaf war der erste Schritt. Die Rhöner Apfelinitiative, die Rhöner Bachforelle, der Rhöner Weideochse, das Rhöner Biosphärenrind, das Rhöner Kümmelbrot, das Rhöner Ökobier und vieles andere mehr folgten. Aber nicht nur Essen und Trinken, sondern auch Handwerk und Gewerbe wie Rhönholzveredler, Rapsölregion Rhön oder Handwerkerprojekt Solarheizung und Brauchwassernutzung entstanden und entwickeln sich weiter. Ein Netzwerk von Partnerbetrieben, die sich dem Leitbild des Biosphärenreservats Rhön verpflichtet haben, baut sich auf. Es verbreitete sich eine positive Grundstimmung in der Region, es machte Freude, an dem Projekt „Zukunft für das Land der offenen Fernen“ mitzuarbeiten. Jeder Rhöner hat dazu die Möglichkeit. Ein regionales Entwicklungskonzept wurde erarbeitet. Nicht größere Stückzahlen, sondern höhere Qualität stehen im Mittelpunkt dieses Konzeptes. Optimierung der Lebensgrundlagen, Optimierung der Landschaftsqualität, Optimierung der Versorgungsqualität, Optimierung der Erholungsqualität, Optimierung der Arbeitsqualität, Optimierung der regionalen Identität und Optimierung der Zusammenarbeit sind die sieben Entwicklungsstrategien für die Zukunft der Rhön. Damit ist die Region noch lange nicht am Ende, sie hat gerade damit angefangen, ihre Zukunft zu organisieren, und sie hat noch viel Energie für weitere Aufgaben. Die Rhöner wissen, dass dieser Wettlauf nie ein Ende nehmen wird. Wer glaubt, er hat es schon geschafft, der hat bereits verloren. Was können Rhön und der
geplante alpine Biosphärenpark voneinander lernen? Autor: Tel: 06654 - 96 12-0 |