15 Jahre Tälerbus – Tälerbus neu

Die Ausstellung „15 Jahre Tälerbus“ im Ostzimmer gibt einen Überblick über die Möglichkeiten, „nachhaltigen“ oder „ökologisch verträglichen“ Verkehr in seiner Touristischen und ökologischen Relevanz zu betreiben. 15 teile internationale Preise und Auszeichnungen konnten in unsere Region geholt werden! In Zusammenarbeit mit der Montanuni Leoben und der FGM Graz gelang es zweimal, eine wissenschaftliche Begleitforschung zu organisieren. Das zweite Begleitforschungsprojekt läuft noch bis Ende der Sommersaison 2004; die ersten Ergebnisse liegen in einer Kurzfassung auf. Die komplette Fassung kann aus dem Internet bezogen oder mit aufliegender Bestellliste angefordert werden.

Mit diesem Ergebnissen liegt jetzt eine fundierte Entscheidungsgrundlage vor, die von den örtlichen Entscheidungsträgern sorgfältig studiert we5den sollten, um zu einem klaren Ergebnis über die Zukunft des Tälerbusprojektes zu kommen. Im Bezirk Murau ist mit der Besetzung eines halben Planpostens für die Fahrplankoordination Murautakt einen Mindesterfordernis für die Projektfortführung gesetzt worden. Weiters gibt es eine konkrete Förderschiene für vorbereitende Maßnahmen zur Einrichtung eines Biosphärenparks, wo als Teilprojekt auch ein Mobilitätsmanagement für nachhaltige Verkehrssysteme vorgesehen ist (vgl. den neuen Nationalpark Gesäuse mit Mobilitätsmanagement).

Von den Entscheidungsträgern im Bezirk Tamsweg wurde der Vorschlag zur Einrichtung eines Mobilitätsmanagements stets abgelehnt. Das Projekt eines gemeinsamen bezirksübergreifenden Biosphärenparks wäre eine Chance, das Tälerbusprojekt doch auch im Lungau weiterzuführen. Eine ambitioniertes neues Team kann eingesetzt werden; erste Inhalte für das Projekt „Tälerbus neu“ sind ausgearbeitet. Die Umsetzung ist aber langwierig und schwierig und ist nur mit einer entschiednen Rückendeckung durch die Entscheidungsträger der ganzen Region erfolgversprechend. Findet keine diesbezügliche Entscheidung statt, so erd das Tälerbusprojekt im Lungau mit dem Auslaufen des Begleitforschungsprojekts zu Saisonende 2004 enden. Falls im Lungau aber doch Interesse an der Projektfortführung besteht, werden die Entscheidungsträger des Bezirkes Tamsweg gebeten, ehestmöglich mit der Tälerbus-Koordinationsstelle zur Festlegung der nächsten Schritte Kontakt aufzunehmen.

Tälerbus neu

Regionalverband und Lungau-Takt haben ein Projekt Tälerbus neu zur künftigen Verkehrserschließung angedacht. Als Modellfall gilt das Zederhauser Riedingtal, wo ein selbsttätiger Schranken entsprechend der modernen LiftkartenSeilbahntechnik getestet werden soll. Die angedachte Regelung könnte wie folgt strukturiert sein:

  1. Auffangparkplatz I (konkret: Wald, beim alten Riedingtalweg über die Brünnwandquellen. Autofrei besteht die Möglichkeit, hier gebührenfrei in das Naturschutzgebiet Riedingtal zu gelangen).
  2. Mautschranken: dieser kann auf dem alten Talweg umgangen werden. Auch der Postbus ist mautfrei. Ansonsten bezahlen PKWFahrer hier mit der Maut die Benützung des anschließenden Straßenstückes, den gesicherten Parkplatz II und die GratisTälerbusbenützung.
  3. Mautstrasse ca. 2km
  4. Auffangparkplatz II: während der TalerbusBetriebszeit ist die Taleinwärtsfahrt ab hier untersagt. Der Tälerbus übernimmt den weiteren, ökologisch verträglichen Transfer. Wanderer und Radfahrer können sich am Talweg ungestört bewegen.
  5. TälerbusStrecke: Durch den regelmäßig verkehrenden und frei benutzbaren Tälerbus herrscht für die an dieser Strecke befindlichen Hütten und Almgasthöfen Chancengleichheit. Keiner ist benachteiligt oder bevorzugt, weil er weiter taleinwärts oder talauswärts situiert ist.

Für den Gast ist die Maut die Abgeltung für Straßenbenützung, Benützung eines gesicherten Parkplatzes und GratisTälerbusbenützung. Für die Weggenossenschaft kann mit der Maut die Wegerhaltung und der Tälerbusbetrieb finanziert werden.

Der Mautner ist für den Gast eine wichtige Ansprech und Auskunftsperson. Wird der Mautner durch einen automatischen Schranken ersetzt, muss diese Funktion durch den Tälerbusfahrer übernommen werden.. Daher ist beim Fahrereinsatz künftig besonders auf diese Qualifikation zu achten.

Autor:
Emil Hocevar