Begleitforschung zum Tälerbusprojekt

Das Projekt ‚Abgasfrei Mobil 2002’, in dessen Rahmen die wissenschaftliche Begleitforschung zum Tälerbusprojekt durchgeführt wurde, wird gefördert von
Land Steiermark
Land Salzburg
Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie
Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft

1 Wissenschaftliche Begleitforschung zum Tälerbusprojekt

Im Rahmen des Projektes ‚Abgasfrei Mobil 2002’ führte die Forschungsgesellschaft Mobili tät in der Tälerbus Sommersaison 2003 die wissenschaftliche Begleitforschung zum Täler busprojekt durch.

1.1 Ziel der Begleitforschung zum Tälerbusprojekt

Ziel der Begleitforschung zum Tälerbusprojekt war es, Verbesserungspotentiale für die Kundeninformation und das Tälerbussystem aufzuzeigen.

1.2 Konzept der Begleitforschung zum Tälerbusprojekt

1.3 Ablauf der Begleitforschung zum Tälerbusprojekt

Allgemeine Erhebung zum Tälerbus
Um eine Übersicht über das komplexe Tälerbussystem zu erhalten, wurde unter Zuhilfe nahme des vorhandenen Informationsmaterials und anhand der Auskünfte des Täler buskoordinators und der jeweiligen Betreiber eine Zusammenstellung der Charakteristika der einzelnen Tälerbusstrecken erstellt. Außerdem wurde auch erhoben, welche Tälerbusinformation für potentielle Tälerbus fahrgäste verfügbar ist, bzw. in welchen Medien Informationen zum Tälerbus angeboten werden.

Befragungen im Rahmen der Begleitforschung
In persönlichen und telefonischen Interviews und mittels schriftlicher bzw. EmailFrage bögen wurden sowohl die Wünsche und Bedürfnisse jener Personengruppen, die als Multi plikatoren der Information zum Tälerbus fungieren als auch die Wünsche und Bedürfnisse der (potentiellen) Tälerbuskunden ermittelt.

Befragung der Tourismusinformationsstellen
Tourismusinformationsstellen sind sowohl für die Gäste als auch für die Einheimischen eine sehr wichtige Quelle von Informationen zum Tälerbus.

Vor Beginn der Befragungen im Rahmen der Begleitforschung zum Tälerbussystem wurde Herr Dir. Berg von der Ferienregion Lungau telefonisch über die geplante Begleitforschung informiert. Herr Dir. Berg teilte uns die, seiner Erfahrung nach, besten Zeiten für die Befra gungen der Tourismusinformationsstellen, der Quartiergeber und der Hüttenwirte mit und nannte uns Ansprechpartner in den Lungauer Tourismusinformationsstellen.

Im Zuge der Begleitforschung zum Tälerbusprojekt wurden die Mitarbeiter der Tourismus informationsstellen im Tälerbusgebiet einerseits zu Ihrem Informationsstand in Bezug auf den Tälerbus, zu Ihrer persönlichen Erfahrung mit dem Tälerbus und zu Ihren Wünschen und Verbesserungsvorschlägen zum Tälerbus befragt. Andererseits wurden die Mitarbeiter der Tourismusinformationsstellen im Tälerbusgebiet auch gebeten, den Informationsstand und die Bedürfnisse ihrer Kunden in Bezug auf den Tälerbus einzuschätzen. Der Fragebogen für die Tourismusinformationsstellen findet sich im Anhang dieses Berichts.

Von 20 angesprochenen Tourismusinformationsstellen (14 in Salzburg, 5 in der Steiermark und 2 in Kärnten) haben 15 an der Befragung im Rahmen der Begleitforschung zum Täler bus teilgenommen. Von den 15 Tourismusstellen, die telefonisch bzw. per EMail an der Befragung teilgenommen haben, waren 14 aus Salzburg und 1 aus der Steiermark.

Befragung der Quartiergeber
Für die Gäste sind neben den Tourismusinformationsstellen vor allem auch die Quartierge ber eine sehr wichtige Quelle von Informationen zum Tälerbus.

Da die Rücklaufquote bei Befragungen erfahrungsgemäß höher ist, wenn der Absender des Fragebogens bekannt ist, wurden die Tourismusinformationsstellen, die an der Befragung im Rahmen der Begleitforschung zum Tälerbus teilgenommen haben, gebeten, an Quartiergeber in ihrer Region Fragebögen weiterzuleiten. Dankenswerterweise haben sich 14 Tourismus informationsstellen bereit erklärt an jeweils 15 bis 20 Quartiergeber in ihrer Region Frage bögen zu senden (per Post oder per EMail). Als Antwort auf diese erste Aussendung von Fragebögen langten aber nur 10 ausgefüllte QuartiergeberFragebögen bei der Forschungs gesellschaft Mobilität ein. Da die Rücklaufquote dieser ersten Aussendung von Fragebögen an die Quartiergeber so gering war, wurden im August 2003 weitere Quartiergeber in der Tälerbusregion telefonisch befragt. 85 Quartiergeber im Tälerbusgebiet konnten im Zuge dieser Telefoninterviews zu ihrem Informationsstand, sowie zu ihren Erfahrungen und Ver besserungsvorschlägen zum Tälerbus befragt werden. Insgesamt (postalische und telefoni sche Befragung) nahmen 62 Quartiergeber aus Salzburg und 33 Quartiergeber aus der Stei ermark an der Befragung im Rahmen der Begleitforschung zum Tälerbus teil.

Befragung der Tälerbusfahrer
Im Rahmen der Begleitforschung zum Tälerbus wurden die Fahrer der vier Tälerbusstrecken mit ElektrofahrzeugBetrieb persönlich interviewt. Den Betreibern der übrigen Tälerbus strecken wurden nach telefonischer Vorankündigung Fragebögen für ihre Tälerbusfahrer zu gesandt. Von den 10 ausgesandten Fragebögen wurden 3 ausgefüllt an die Forschungs gesellschaft Mobilität retourniert.

Befragung der Hüttenwirte
Im Rahmen der Begleitforschung zum Tälerbus wurden an 20 Hüttenwirte im Tälerbusgebiet Fragebögen verschickt. 7 Hüttenwirte füllten den Fragebogen aus.

Befragung der (potentiellen) Tälerbusfahrgäste
Da eine persönliche Befragung der Tälerbusfahrgäste auf den meisten Tälerbusstrecken auf grund der geringen Fahrgastzahlen nur sehr schwer möglich wäre, wurden die Fahrer der Tälerbusse gefragt, ob sie an ihre Fahrgäste Fragebögen austeilen und die ausgefüllten Fragebögen dann auch wieder einsammeln könnten. Dankenswerterweise haben sich die Fahrer von 7 Tälerbusstrecken dazu bereit erklärt. Allerdings hat die Forschungsgesellschaft Mobilität dann nur von 4 Tälerbusfahrern auch tatsächlich ausgefüllte Fahrgastfragebögen (insgesamt 15 Stück) erhalten.

Auf der Tälerbusstrecke im Naturpark Riedingtal (Zederhaus) ist aufgrund der (regelmäßig) hohen Fahrgastzahlen eine persönliche Befragung der Tälerbusfahrgäste möglich. Am 23. und 24. August 2003 konnten im Riedingtal 85 Fahrgäste des Tälerbusses zu ihrer Mei nung zum Tälerbus befragt werden. Außerdem wurden an diesen Tagen im Riedingtal auch 22 Personen, die den Tälerbus nicht nutzten, interviewt.

2 Die wichtigsten Ergebnisse der Begleitforschung

2.1 Bekanntheitsgrad des Tälerbusses

Kennen die (potentiellen) ‚Multiplikatoren’ den Tälerbus?
Im Allgemeinen ist der Tälerbus im Lungau besser bekannt als im Steirischen oder Kärntner Tälerbusgebiet. Das liegt einerseits daran, dass der Tälerbus auf den Steirischen und Kärntner Tälerbusstrecken sehr oft nicht als ‚Tälerbus’ bezeichnet wird. Andererseits zeigen selbst die potentiellen ‚Multiplikatoren’ der Tälerbusinformation im Steirischen und Kärntner Tälerbusgebiet kein Interesse am Tälerbus. Im Laufe der Entwicklung des Täler busprojekts haben sich viele Lungauer Tourismusstellen mehr und mehr mit dem Täler buskonzept identifiziert und betrachten den Tälerbus heute oft als Bestandteil ihrer (Touris mus) Region. Einige Tälerbusstrecken im Lungau werden sogar von der lokalen Tourismus stelle betrieben. Bezeichnend für die Situation des Tälerbusses in den einzelnen Regionen ist zum Beispiel, dass alle kontaktierten Tourismusinformationsstellen in Salzburg an der Be fragung im Rahmen der Begleitforschung zum Tälerbusprojekt teilgenommen haben. Die kontaktierten Steirischen und Kärntner Tourismusinformationsstellen zeigten hingegen wenig Interesse am Tälerbusprojekt, teilweise war ihnen auch nicht bekannt, dass auch in ihrer Region Tälerbusse fahren. Die einzige Steirische Tourismusinformationsstelle, die an der Befragung im Rahmen der Begleitforschung zum Tälerbusprojekt teilgenommen hat, liegt in einer Grenzregion zu Salzburg, in der heuer eine spezielle Informationskampagne zum Tälerbus in dieser Region mittels Postwurfsendung durchgeführt worden ist.

Ähnlich wie bei den Tourismusinformationsstellen verhält es sich auch bei den Quartiergebern im Tälerbusgebiet: während die Quartiergeber im Salzburger Tälerbusgebiet in Bezug auf den Tälerbus in ihrer Region zum Großteil recht gut informiert sind, gibt es speziell unter den kleineren Quartiergebern in der Steiermark sehr viele, die angeben nicht ausreichend informiert zu sein bzw. häufig selbst mit dem Begriff ‚Tälerbus’ nichts anfangen kön nen. In etwa jeder Fünfte der befragten Quartiergeber im Salzburger Tälerbusgebiet und jeder Dritte der befragten Quartiergeber im Steirischen Tälerbusgebiet fühlt sich nicht ausreichend über den Tälerbus informiert.
Anmerkung des Tälerbuskoordinators: Dazu muss man bedenken, dass Nicht-ÖV-Benutzer (und dazu zählen die meisten Quartiergeber) z.B. auch über die wichtigsten Bahn und Busverbindungen in ihrer Region nicht informiert sind.

Kennen die Bewohner des Tälerbusgebiets und die Urlaubsgäste den Tälerbus? Ein Großteil der Einheimischen im Salzburger Tälerbusgebiet kennt, nach Einschätzung der lokalen Tourismusinformationsstellen, den Tälerbus in ihrer Region. Diese Einschätzung deckt sich mit dem Ergebnis der Befragungen – über 80% der befragten Einheimischen ha ben zumindest den Begriff ‚Tälerbus’ schon gehört. Nach Einschätzung der meisten der be fragten Tourismusinformationsstellen ist der Tälerbus aber unter den Urlaubsgästen nicht so gut bekannt. Auch diese Einschätzung wird durch die Befragungen der (potentiellen) Täler busfahrgäste bestätigt: zum Beispiel haben nur etwas mehr als 40% jener Urlauber, die den Tälerbus im Riedingtal nicht genutzt haben, den Begriff ‚Tälerbus’ vorher schon einmal ge hört.

2.2 Informationsfluss

Woher erhalten Tourismusinformationsstellen Informationen zum Tälerbus?
Da leider fast ausschließlich Salzburger Tourismusinformationsstellen an der Befragung im Rahmen der Begleitforschung zum Tälerbusprojekt teilgenommen haben, sind auch nur von den Salzburger Tourismusinformationsstellen die Quellen, aus denen sie Tälerbus informationen beziehen, bekannt: Fast alle Salzburger Tourismusinformationsstellen erhalten nach eigenen Angaben Tälerbusinformationen vom Tourismusverband (‚Ferienregion Lungau’). Außerdem bekommen zwei Drittel der befragten Salzburger Tourismusinformati onsstellen Tälerbusinformationen direkt vom Tälerbus-Koordinator (Dr. Hocevar) und vom Leiter der Tälerbus-Werbung(Mag. Regner). Ungefähr jede Dritte der befragten Salzburger Tourismusinformationsstellen erhält Informationen zum Tälerbus vom Lungautaktkoordina tor (Hr. Schitter). Die Hälfte der befragten Mitarbeiter der Salzburger Tourismusinformationsstellen wirft (zumindest gelegentlich) einen Blick in die Tälerbus-Website.

Woher erhalten Quartiergeber Informationen zum Tälerbus?
Bei den Salzburger Quartiergebern ist die Hauptinformationsquelle in Bezug auf den Täler bus die örtliche Tourismusinformationsstelle. Für ‚größere’ Salzburger Quartiergeber ist auch der Tourismusverband (‚Ferienregion Lungau’) eine wichtige Quelle für Informationen zum Tälerbus. Die ‚kleineren’ Salzburger Quartiergeber beziehen Tälerbusinformationen oft auch noch von der Gemeinde und aus dem Internet (Tälerbuswebsite).

Für die Steirischen Quartiergeber spielt die lokale Tourismusinformationsstelle als Informationsquelle zum Tälerbus keine so zentrale Rolle wie in Salzburg. Steirische Quartiergeber erhalten Informationen zum Tälerbus am häufigsten durch Postwurfsendungen und Pros pekte. Für die ‚kleineren’ Steirischen Quartiergeber spielt auch ‚Mundpropaganda’ eine sehr wichtige Rolle als Informationsquelle zum Tälerbus.

Woher erhalten Hüttenwirte Informationen zum Tälerbus?
Für die befragten Hüttenwirte sind der Tälerbusfahrer und die örtliche Tourismus informationsstelle die Hauptinformationsquellen zum Tälerbus. Vereinzelt beziehen Hütten wirte Informationen zum Tälerbus auch aus dem Tälerbusfahrplan. Aber den meisten der befragten Hüttenwirte sind die gedruckten Tälerbusinformationsmaterialien (Fahrplanheft, Wanderfalter, Streckenfahrpläne) nicht bekannt. Die Tälerbuswebsite kennt keiner der be fragten Hüttenwirte.

Woher erhalten (potentielle) Tälerbusfahrgäste Informationen zum Tälerbus?
Die meisten befragten Urlauber im Riedingtal hörten vom Tälerbus von ihrem Vermieter bzw. von Bekannten. Für die befragten Fahrgäste anderer Tälerbusstrecken waren Touris musbüro und Urlaubsprospekt neben dem Vermieter Hauptinformationsquellen zum Tälerbus.

Die befragten Einheimischen im Riedingtal bezogen Informationen zum Tälerbus vor allem von Bekannten und vom Tourismusbüro. Für fast ein Viertel der befragten Einheimischen gehört das Wissen um den lokalen Tälerbus zum selbstverständlichen ‚Allgemeinwissen’.

2.3 Bevorzugte Informationsmedien

Bevorzugte Informationsmedien für Tourismusinformationsstellen
So gut wie alle Tourismusinformationsstellen möchten die Tälerbusinformation in attrakti ver gedruckter Form, die auch an die Gäste weitergegeben werden kann, erhalten. Zusätzlich möchte mehr als ein Drittel der befragten Tourismusinformationsstellen Tälerbu sinformation im Internet finden, und drei der 15 befragten Tourismusinformationsstellen möchten Tälerbusinformationen auch per Email Newsletter erhalten.

Bevorzugte Informationsmedien für Quartiergeber
Am weitaus häufigsten wird von den Quartiergebern Tälerbusinformation in gedruckter Form gewünscht. Etwa jeder Zehnte der befragten Quartiergeber wünscht sich zusätzlich Tälerbusinformation über E-Mail-Newsletter und Tälerbusinformation im Internet. Fünf der befragten 95 Quartiergeber nannten auch den Wunsch nach telefonischer Tälerbusinfor mation und 2 der befragten 95 Quartiergeber würden Tälerbusinformation gerne auch im Radio hören.

Bevorzugte Informationsmedien für (potentielle) Tälerbusfahrgäste
Die bevorzugten Informationsmaterialien der befragten Tälerbusfahrgäste sind zweifellos das Tälerbusfahrplanheft und die Tälerbuswanderfalter, wobei Einheimische eher das Fahr planheft und Urlauber eher die Wanderfalter vorziehen. Fast 10% der befragten Einheimi schen und ca. 20% der befragten Urlauber wollen auch Tälerbusstreckenfahrpläne, und fast 20% der befragten Einheimischen und ca. 17% der befragten Urlauber möchten Tälerbus information auch aus dem Internet beziehen können.

2.4 Bewertung des Tälerbusses; Hauptkritikpunkte zum Tälerbus

Tälerbusstrecken
Die im Rahmen der Begleitforschung zum Tälerbusprojekt befragten Personen waren mit den vom Tälerbus bedienten Fahrzielen durchwegs sehr zufrieden.

Tälerbusabfahrtszeiten
Die Fahrzeiten des Tälerbusses werden dort, wo der Tälerbus sehr oft bzw. nach Bedarf fährt, besser bewertet als auf den übrigen Strecken. Die wichtigsten Kritikpunkte in Bezug auf die Abfahrtszeiten waren die (für längere Wanderungen) zu späten Abfahrtszeiten in der Früh und der Umstand, dass viele Tälerbusstrecken am Wochenende nicht bedient werden.
Anmerkung des Tälerbuskoordinators: Früher gab es in vielen Tälern Frühkurse um ca. 6:00 Uhr, aber diese wurde meist wieder gestrichen, da erfahrungsgemäß erst ab ca. 9:00 Uhr Fahrgäste zu erwarten sind. (z.B. wurde der 6:00 Uhr Kurs im Riedingtal noch nie benutzt!)

Tälerbusfahrzeuge
Die befragten Tälerbusfahrgäste waren mit den eingesetzten Fahrzeugen im Großen und Ganzen sehr zufrieden. Beklagt wurde lediglich die auf manchen Strecken zu geringe Trans portkapazität der eingesetzten Fahrzeuge ( z.B. die überfüllten Busse im Riedingtal).
Anmerkung des Tälerbuskoordinators: Auf vielen Strecken wurde versuchsweise auch schon Wochenendbetrieb angeboten. Allerdings sind die Fahrgastzahlen am Samstag und am Sonntag erfahrungsgemäß nur ungefähr halb so hoch wie an den anderen Wochentagen, denn ein Großteil der Tälerbuskunden sind Urlauber und für diese Kundengruppe ist Samstag/Sonntag An- bzw. Abreisetag. Auf vielen Strecken können Tälerbusfahrten am Wochenende wegen der geringen Fahrgastzahlen und hohen Betriebskosten also aus wirtschaftlichen Gründen nicht angeboten werden. Außerdem fährt auch der ÖV im Lungautakt, der ja als Zubringer zum Tälerbus fungiert, am Wochenende nicht. In Tälern, die für Autos und Motorräder gesperrt sind (wie z.B. das Riedingtal) ist ein Tälerbusbetrieb hingegen auch am Wochenende kein Problem.
Die befragten Tälerbusfahrer und die befragten Tourismusinformationsstellen beurteilten die eingesetzten Fahrzeuge teilweise nicht ganz so positiv  Hauptkritikpunkte waren dabei die als unzuverlässig empfundenen Elektrofahrzeuge.

Tälerbusfahrpreis
Der Tälerbusfahrpreis wird von den Befragten sehr unterschiedlich bewertet. Er erhielt von vielen Befragten eine schlechte Note, da der Fahrpreis vor allem für Familien mit mehreren Kindern als zu hoch empfunden wird.
Anmerkung des Tälerbuskoordinators: Vor der Einführung der Verkehrsverbünde gab es für den Tälerbus eine Tälerbusnetzkarte (Tälerbustageskarte bzw. Tälerbuswochenkarte) mit Familienermäßigung. Aus organisatorischen Gründen kann jetzt, da das Tälerbusgebiet auf 3 Verkehrsverbünde aufgeteilt ist, keine Tälerbusnetzkarte angeboten werden. Auf den Steirischen und den Salzburger Tälerbusstrecken werden aber Ermäßigungen für Inhaber des Steirischen bzw. Salzburger Familienpasses angeboten.
Etwas mehr als die Hälfte der außerhalb des Riedingtals befragten Tälerbusfahrgäste findet den Fahrpreis gut. Von den einzelnen Hüttenwirten wird der Tälerbusfahrpreis ebenfalls sehr unterschiedlich bewertet: Jene Hüttenwirte, zu de ren Hütten eine Zufahrt mit dem PKW möglich ist, finden den Tälerbus viel zu teuer und vergeben deshalb die Note ‚5’; jene Hüttenwirte, deren Hütten mit PKW nicht erreichbar sind, vergeben alle die Note ‚1’ für den Tälerbusfahrpreis.

Tälerbusfahrplanheft
Von den derzeit angebotenen Informationsmedien zum Tälerbus wurde das Tälerbusfahrplanheft am schlechtesten bewertet. Von vielen Befragten wurde nämlich bemängelt, dass das Fahrplanheft zu unübersichtlich und zu klein gedruckt ist. Die Tourismusinformationsstellen und einige Quartiergeber bemängelten zusätzlich, dass die Tälerbusfahrpläne immer erst viel zu spät (knapp vor Saisonbeginn) bekannt gegeben werden. Anmerkung des Tälerbus-Koordinators: Da die Tälerbusabfahrtszeiten auf die lokalen Verbindungen im Öffentlichen Verkehr abgestimmt sind, und der Tälerbusfahrplan daher auf den Fahrplan der übrigen ÖV-Linien aufbaut, kann der Tälerbusfahrplan erst dann erstellt werden, wenn die Fahrpläne der übrigen lokalen ÖV-Linien bekannt sind. Bisher hat der Fahrplanwechsel in den Verkehrsverbünden immer erst Ende Mai stattgefunden. Daher waren die jeweils aktuellen Sommer-Fahrplandaten auch erst Ende Mai / Anfang Juni bekannt, und infolgedessen wurde der Tälerbusfahrplan auch erst knapp vor Saisonbeginn fertig. Heuer wurde der Fahrplanwechsel der Verkehrsverbünde, der bis jetzt immer erst Ende Mai stattgefunden hat, schon im Dezember vorgenommen. Daher kann für die Tälerbussaison 2004 damit gerechnet werden, dass der neue Tälerbusfahrplan schon im April vorliegen wird.

Tälerbusstreckenfahrpläne
Diese sind, nach Meinung vieler Befragten, viel übersichtlicher und besser lesbar als das Fahrplanheft. Bemängelt wurde in diesem Zusammenhang, dass es nicht für alle Tälerbus strecken Streckenfahrpläne gibt. Anmerkung des Tälerbuskoordinators: Streckenfahrpläne sind auf (weißem) A4-Papier gedruckte Fahrpläne der einzelnen Tälerbusstrecken – diese Fahrpläne sind identisch mit den im Tälerbusfahrplanheft enthaltenen Fahrplänen. Für jede Tälerbusstrecke ist der Streckenfahrplan bei Bedarf beim Tälerbuskoordinator erhältlich.

Tälerbuswanderfalter
Die Tälerbuswanderfalter wurden von den Befragten durchwegs gut bewertet. Hauptkritik punkt bei den Wanderfaltern war, dass für Kunden, die nur ein bisschen ‚spazieren gehen’ möchten, bzw. mit Kindern nur eine kurze Wanderung machen möchten, keine Routenvor schläge angeboten werden. Anmerkung des Tälerbus-Koordinators: Im Tälerbusfahrplanheft und auf den Streckenfahrplänen wird am unteren Rand der Fahrpläne immer wieder auch auf leichte Wanderungen verwiesen.

Tälerbuswebsite
Die Tälerbuswebsite wurde teilweise relativ schlecht bewertet. Das liegt daran, dass Viele bemängeln, dass die aktuellen Tälerbusfahrpläne erst sehr spät (zu Saisonbeginn) auf der Website zu finden sind, und dass die angebotenen Fahrpläne teilweise (wie beim Tälerbus fahrplanheft) sehr unübersichtlich sind.

2.5 Verbesserungspotential des Tälerbussystems
Die meisten Kritikpunkte, Verbesserungsvorschläge und Wünsche der im Rahmen der Begleitforschung zum Tälerbusprojekt befragten Personen beziehen sich auf die Information zum Tälerbus. In diesem Bereich liegt auch das größte Verbesserungspotential. Daneben gibt es aber durchaus auch in Bezug auf die Abfahrtszeiten, die Betriebszeiten, die Tarife, die Haltestellengestaltung und die Tälerbusfahrzeuge Kritik und Verbesserungsvorschläge.

Branding / Marketing

Informationsfluss

Informationsmaterialien

Betriebszeiten / Abfahrtszeiten

Viele der Befragten äußerten den Wunsch nach Ausweitung der Tälerbusbetriebszeiten:

Auch die Abfahrtszeiten der Tälerbusse müssen auf die Zielgruppe abgestimmt sein:

Tarife
Vor allem für Familien mit Kindern im Schulalter wird der jetzige Tälerbusfahrpreis oft als zu hoch angesehen. Spezielle Familientarife, preisgünstige Kombitickets für Hin- und Rückfahrt, Mehrtageskarten oder Mehrfahrtenkarten wären aus der Sicht der Tälerbusfahrgäste wünschenswert.

Haltestellen
Einige der befragten Tälerbusfahrgäste bemängelten, dass die Haltestellen der Tälerbusse oft nicht besonders gut gekennzeichnet sind. Einheitliche, kundenfreundliche Gestaltung der Tälerbushaltestellentafeln und Tälerbushinweisschilder wäre günstig; attraktive und zugleich auffällige Gestaltung dieser Tafeln wäre zudem auch Werbung für den Tälerbus.

Fahrzeuge

 

Zusammenfassend kann gesagt werden, die Verbesserungspotentiale des Tälerbussystems liegen vor allem in

Derzeit lastet die mit dem Tälerbusprojekt verbundene Koordinations, Verhandlungs und Informationsarbeit beinahe vollständig auf dem Tälerbuskoordinator, der diese immense Fülle an Arbeit ehrenamtlich bewältigt. Um ein Fortbestehen des Tälerbusprojekts sicherzustellen und um auch das Ausschöpfen der Verbesserungspotentiale zu ermöglichen, müsste das Tälerbusprojekt auf eine breitere Basis gestellt werden. Die dauerhafte Fortführung der Arbeit des Tälerbuskoordinators durch eine (noch zu schaffende) Mobilitätsmanagement stelle ist für das Tälerbusprojekt überlebensnotwendig. Die vom Tälerbuskoordinator angestrebte koordinierte Betreuung der Tälerbusse durch eine Mobilitätszentrale, die gleichzeitig auch als zentrale Informationsstelle zum gesamten ÖV-Angebot in der Region fungiert, wäre für das Tälerbusprojekt und für die gesamte Region sicher eine sehr gute Lösung.

3 Weiter führende Informationen / Kontaktadressen

Den vollständigen Bericht zur Begleitforschung finden Sie im Internet unter
http://www.taelerbus.at/projekt/efahrzeuge.htm

Informationen zum Tälerbusprojekt:
Tälerbuswebsite: www.taelerbus.at

Tälerbuskoordinator / Tälerbusinitiator:
Dr. Emil Hocevar, A-5580 Tamsweg 487, Tel.: 06474 / 6070

Informationen zu den im Tälerbusbetrieb eingesetzten Elektrofahrzeugen:
Montanuniversität Leoben – Institut für Elektrotechnik
DI Dr. Franz Aschenbrenner
Franz-Josef-Straße 18, A-8700 Leoben
Telefon: ++43 / 3842 / 402 – 313
Telefax: ++43 / 3842 / 402 – 318
Email: aschenbr@unileoben.ac.at
Internet: http://www.unileoben.ac.at/~etechnik

Informationen zum Projekt ‚Abgasfrei Mobil’:
FGM  Forschungsgesellschaft Mobilität GmbH
Schönaugasse 8a / I, A-8010 Graz
Telefon: ++43 / 316 / 81 04 51 – 21
Telefax: ++43 / 316 / 81 04 51 – 75
Email: breid@fgmamor.at
Internet: http://www.fgmamor.at

 

Autorin:
Michaela Kargl

Forschungsgesellschaft Mobilität Austrian Mobility Research
FGM-AMOR gemeinnützige GmbH
Schönaugasse 8a / I, A-8010 Graz
Telefon: ++43 / 316 / 81 04 51 - 15
Telefax: ++43 / 316 / 81 04 51 - 75
E-mail: kargl@fgm.at
Internet: http://www.fgm.at