Auftrag der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
(Projektdauer: Februar – September 2004)
Entwicklung der Schutzgebietsnetze
Die Zahl der Schutzgebiets kategorien hat in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen.
Alleinstellungsmerkmal von Biosphärenparken
Die drei Grundfunktionen von Biosphärenparks:
- Schutz der biologischen Vielfalt in repräsentativen Ökosystemen („Schutzfunktion“)
- Orte der Forschung (MenschUmweltBeziehungen) und Umweltbeobachtung (z.B. Auswirkungen des Klimawandels) –
weltweites Beobachtungsnetz („Logistische Funktion“)
- Modellregionen für die Erprobung von innovativen und beispielhaften Entwicklungsprojekten für
ein harmonische Miteinander von Mensch und Natur („Entwicklungsfunktion“)
—> Instrumente der nachhaltigen Regionalentwicklung
(Graphik: © Lange, 2004)
Stichwort „Nachhaltigkeit“
Eine Entwicklung ist dann als nachhaltig zu bezeichnen, wenn sie „den Bedürfnissen
der heutigen Generation entspricht, ohne die Möglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden,
ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und ihren Lebensstil zu wählen.
(1987, Brundtland-Bericht „Our common future“)

„Magisches Dreieck der Nachhaltigkeit“
(Graphik: © Lange, 2004)
Biosphärenparke als Chance für die Umsetzung des globalen Leitbildes der
nachhaltigen Entwicklung
—> WinWinSituation für Mensch und Natur
Wunschbild eines Lebens „in Harmonie mit der Natur“
WinWinSituation: Schutz von Ökosystemen vereinbar mit einer sozio-ökonomisch
nachhaltigen Entwicklung der Regionen.
ABER: Situationen, in denen es keine Verlierer sondern nur Gewinner gibt, sind selten
—> Konflikte sind vorprogrammiert!
Bedenken: Nutzungseinschränkungen
—> bei BSP aber nur in den Kernzonen
Konfliktlösungsstrategien:
Finanzielle Abgeltung von Flächenstilllegungen, Pflegemaßnahmen und Ertragseinbußen —> neue Funktion der Land
und Forstwirten als Pfleger und Bewahrer der natürlichen Ressourcen
Rahmenbedingungen der Entwicklung in Europa
Europa wächst zusammen. Nutzungen wandern ab. Die Natur bleibt.
—> Die Entwicklung von Schutzgebieten ist nicht nur ein Erfolg nationaler und internationaler
Umweltaktivitäten. Sie spiegelt auch veränderte ökonomische Realitäten wider.
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- Abwandern von Nutzungen
- Neues Verständnis für regionale Entwicklung
- Etablierung des Natur und Umweltschutzes in die Politik
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Neue Wege beschreiten
Europa der Zukunft:
„Wissensbasierter“ Wettbewerbsraum, der weiter durch seine ländlichen Räume bestimmt ist
—> Biosphärenparke sind ein wichtiges Element, die Regionen zu stärken,
ihre Besonderheiten zu wahren und ihr Überleben zu sichern.
Mögliche positiven Auswirkungen der Einrichtung
von Biosphärenparken (BSP)
- Imagegewinn durch Markenzeichen „BSP“
- Identitätsbildend für die Bevölkerung (Leitbildentwicklung Gr. Walsertal)
- Anziehungspunkt für Touristen
- Wettbewerbsvorteil für Produkte aus Landwirtschaft und Gewerbe
- Qualitätssteigerung des regionalen Angebots
Verbinden von Qualitätskriterien mit dem Prädikat BSP
—> potentiell höherer Absatz und höhere Preise erzielbar
Beispiel Gr. Walsertal: Imagegewinn und Qualitätssteigerung
Neue Wege beschreiten
Mögliche positiven Auswirkungen der Einrichtung
von Biosphärenparken (BSP)
- Akquirieren von Geldern aus öffentlichen Mitteln der EU
- LIFE Natur: Naturschutzprojekte auf ökologisch wertvollen Flächen
- INTERREG: Grenzüberschreitende Kooperationen für eine ausgewogene Regionalentwicklung
- LEADER+: Weiterentwicklung des ländlichen Raums
- MAB-Forschungsgelder
- Wirtschaftliche Impulse: zusätzliche Wertschöpfung im regionalen Gewerbe, Handel
und Dienstleistungssektor (Landschaftspflege, Naturpädagogik, etc)
- Positive Multiplikatoreffekte: vor und nachgelagerte Wirtschaftsbereiche profitieren
(erhöhter Tourismusstandard wirkt sich auf Zulieferer aus anderen Branchen aus)
- „Weiche“ Wirtschaftsfaktoren: Anregungen von Information, Diskussion und regionalen
Auseinandersetzungen nach sich
—> Stärkung der regionalen Identität, Zunahme von KnowHow, verstärkte Vernetzung
Qualitative Chancen-Risiken-Analyse am Beispiel von Naturparken
Die qualitative Chancen-Risiken-Analyse visualisiert die Einschätzung von Experten, aber
auch von „betroffenen“ Interessen: Das Beispiel Naturparke in Österreich.

(Quelle: Jungmeier, ECO 2003)
Biosphärenparke haben weltweit Konjunktur
Das Weltnetz besteht aus 440 Biosphärenparks in 97 Ländern. Ihre Größe reicht von weniger als
hundert Hektar zu mehren Millionen von Hektar.

(Graphik: © Lange, 2004)

(Quelle Karte: MAB Webseite der UNESO)
Biosphärenparke auf dem Weg zu nachhaltiger Entwicklung
1976 Beginn als reines Forschungsprogramm
Erste Biosphärenreservate Orte der Forschung und des Naturschutzes
1995 Sevilla Strategie
Stärkere Betonung der Entwicklungskomponente
Gr. Walsertal: erster BSP in Österreich NACH Sevilla
—> starke Förderung der Regionalentwicklung und Einbeziehung der Bevölkerung
In konkreter Planung für 2005: BSP Wienerwald
Bioregion Murau auf dem Weg zu einem Biosphärenpark?