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am Beispiel des Haselhuhns |
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Film- und Vortragsveranstaltung
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Zur grössten ökologischen Hypothek im Alpenraum hat sich in den letzten Jahrzehnten die zunehmende Übernutzung des vorhandenen Naturkapitals in touristisch erschlossenen Vorzugsgebieten entwickelt. Hinzu kommt eine wachsende Zersiedelung und Verstädterung im inneralpinen Raum, sowie eine steigende Verkehrsbelastung vor allem im Schnittpunkt des Nord-Süd und des Ost-West Transits. Umgekehrt führt die Auswanderung der Bevölkerung aus strukturschwachen Regionen zur Unternutzung der ehemals bäuerlichen Bewirtschaftung, zum Verlust eines reich gegliederten Landschaftsbildes und in der Folge zu einer Abnahme der Biodiversität.
Das ALPENFORUM fühlt sich dem Schutz ökologischen Naturkapitals im Alpenraum verpflichtet und hat dieses Anliegen in Veranstaltungen und Projekten immer wieder unterstrichen.
1995 ist das
Jahr des europäischen Naturschutzes.
Wir wollen
uns deshalb mit einem Thema des Arten- und Naturschutzes beschäftigen.
Diese Tagung behandelt die Auswilderung von bedrohten Tierarten am Beispiel
des Haselwilds. In Erweiterung dieser Thematik werden wir auch etwas zum
Auerwild und dessen Lebensraum sagen, weil dies gut zur Gesamtthematik
passt.
Das Haselwild, - ein Vertreter aus der Familie der Rauhfuss- oder Waldhühner, war früher in Europa weit verbreitet, ist inzwischen aber leider vielerorts praktisch ausgestorben. In den österreichischen Alpen, insbesondere in der Steiermark und in Kärnten, sind die Haselhühner glücklicherweise noch Standwild.
Wenn man etwas über das frühere Vorkommen bestimmter Wildarten wissen will, ist es hilfreich, sich die amtlichen Jagdabschussziffern anzusehen. Zwischen 1885 und 1905 wurden Jahr für Jahr in der Steiermark zwischen 2.300 und 2.500 Stück Haselwild gestreckt. 1930 waren es noch etwa 500, 1954 noch knapp 200 und inzwischen sind es sicher noch weniger, obgleich es genauere Statistiken zur gegenwärtigen Situation vermutlich nicht gibt.
Eine Reihe nationaler und inernationaler Projekte befasst sich mit den Möglichkeiten einer Wiederansiedlung des Haselwildes in Gebieten, in denen diese selten gewordenen Wildart früher heimisch war. Diese Bemühungen zielen auf eine Bebrütung der Gelege, Aufzucht der Jungvögel in Gehegen. Anpassung an die Wildbahn in hierfür geeigneten, grösseren Volièren und spätere Auswilderung in der freien Natur.
Wichtige Voraussetzung für ein Gelingen solcher Vorhaben ist vor allem, dass die in die Wildbahn ausgesetzten Tiere geeignete Lebensbedingungen , d. h. ein für Waldhühner qualifiziertes, ökologisches Umfeld vorfinden.
Erste Erfolge entsprechender Auswilderungsversuche sind u.a. im Harz, in der Eifel und im Südschwarzwald zu verzeichnen. Es ist in diesem Zusammenhang von Interesse, dass vergleichbare Projekte derzeit auch ausserhalb Europas, so etwa in China nahe der Grenze zur Mandschurei, laufen.
Eine abschliessende Bewertung der Erfolgschancen dieser verschiedenen Projektvorhaben ist heute allerdingsnoch nicht möglich.
Die Referenten des heutigen Abends :
Univ.- Prof.
Dr. Hans Heiner Bergmann
ist im Fachbereich
Biologie und Chemie der Universität Osnabrück tätig und
mit internationalen Auswilderungsprojekten befasst.
Oberforstmeister
Prof. Dipl.- Ing. Alfred Fürst
der Mayr-Melnhof´schen
Forstverwaltung, ein hervorragender Kenner des Auerwildes.
Dr. Manfred
Lieser
vom Forstzoologischen
Institut Stegen- Wittental, hat am Forstzoologischen Institut der Universität
Freiburg i.B. promoviert und das Haselhuhn-Projekt im Schwarzwald geleitet.
Univ.- Prof.
Dr. Eberhard Weise,
Monheim,
früheres Vorstandsmitglied der Bayer AG in Leverkusen, ist von Hause
aus Chemiker und hat sich privat mit grossem Erfolg auf die Aufzucht des
Haselwildes konzentriert.
Ich betrachte es als Auszeichnung für den Bezirk Murau, dass diese international angesehenen Experten zu uns gekommen sind und danke Ihnen für ihre Beiträge zu dieser Thematik sehr herzlich!