Obersteirische Nachrichten, 3. Mai1998
Alpenkonvention - eine Perspektive für die Zukunft?
Unter diesem Titel veranstaltete die CIPRA- Österreich in Zusammenarbeit
mit dem ALPENFORUM eine Vortrags- und Podiumsdiskussion in St. Lorenzen ob Murau.
Wie der Präsident des Alpenforums, Ian Meerkamp van Embden, in seinem
Begrüßungsreferat betonte, durchlaufe die Alpenkonvention - das wohl
bedeutendste Rahmenwerk zum Schutz der Alpen - derzeit eine kritische Phase und
drohe unter Umständen an den unterschiedlichen Standpunkten und
Einzelinteressen der Signatarstaaten zu scheitern. Besonderen Konfliktstoff
liefere insbesondere die Formulierung des Verkehrsprotokolls. Den Kernpunkt
bildet hier die Forderung Österreichs, auf den Bau weiterer höherrangiger
alpenquerender Transitstrassen konsequent zu verzichten.
Der Alpengeograf und Raumplaner Gerhard Stürzinger untermauerte die Notwendigkeit sinnvoller Schutzziele im Alpenraum an Hand einer eindrucksvollen Multivisionsschau.
Alf Arnold, Landrat des Kantons Uri und gleichzeitig Geschäftsführer der Schweizer Alpenitiative, kritisierte die Ineffizienz der verkehrspolitischen Entwicklung, namentlich im Hinblick auf die wachsende Überlastung des Strassenverkehrs, und erläuterte die Bemühungen, den Strassenverkehr in der Schweiz verstärkt auf die Schiene zu verlagern.
Ein verkehrspolitischer Durchbruch in diesem Zusammenhang erfordert nach Auffassung von Arnold eine sehr viel längere Kooperation zwischen der Schweiz und Österreich.
Präsident Meerkamp van Embden unterstrich in seinem Schlusswort, daß das Alpenforum konsequent - "ohne Wenn und Aber" hinter der Alpenkonvention stehe und forderte die politisch Verantwortlichen zu einer möglichst baldigen Ratifizierung der noch strittigen Protokolle auf.