Frankreich: Auswirkungen künstlicher Beschneiung auf Wasservorkommen
Das parlamentarische Büro für die Bewertung wissenschaftlicher und technologischer Methoden hat einen umfassenden Bericht über Wasserqualität und Wasserversorgung in Frankreich veröffentlicht. Ein Thema darin sind die Nutzungskonflikte durch künstliche Beschneiung (Anhang 30).
Das Amt für Wasser der Region Rhone-Mittelmeer-Korsika hat die Problematik in 162 französischen Wintersportorten untersucht. 80% der Orte sind mit Beschneiungsanlagen ausgerüstet. Jährlich werden für den Kunstschnee etwa 10 Mio. m3 Wasser verbraucht, soviel wie der Verbrauch einer Stadt mit 170 000 Einwohnern (bei 60 m3/Einwohner/Jahr). Diese Menge entspricht einem Verhältnis von 4 000 m3/ha, erheblich mehr, als z.B. für den Maisanbau verbraucht wird (1 700 m3/ha im Departement Isère). Das Wasser für die Beschneiung wird Gewässern, Wasserspeichern und den Trinkwasservorkommen (zu 24%) entnommen.
Die Entnahme konzentriert sich auf einen kurzen Zeitraum, in dem die Wasservorkommen ohnehin durch die Wintertrockenheit beschränkt und durch den Touristenansturm belastet sind. Trinkwasserverbrauch und Abwasser können dann bis zu 10facher Menge ansteigen. In vielen Fällen ist die zusätzliche Belastung durch die Beschneiung gering und zieht keine Nutzungskonflikte nach sich. In den Gemeinden unterhalb bzw. flussabwärts der touristischen Gebiete können allerdings Schwierigkeiten bei der Wasserversorgung auftreten.
Quelle und Infos:
Office parlementaire d'évaluation des choix scientifiques et technologiques
Bericht: http://www.senat.fr/rap/l02-215-1/l02-215-1_mono.html
Anhänge: http://www.senat.fr/rap/l02-215-2/l02-215-2.html